Konzertkritik 2013 Bach Matthäuspassion

Süddeutsche Zeitung vom 2. April 2013

Stimmige Meisterleistung

In Bachs Matthäus-Passion müssen bis zu 200 Sänger und Musiker punktgenau zusammenwirken. Bach-Chor und Bach-Orchester gelingt das im Stadtsaal auf besonders fesselnde Weise

von KLAUS MOHR

Fürstenfeldbruck - Ist Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion schön? Die Besucher der Aufführung des Werkes am Karfreitag im Stadtsaal durch Bach-Chor und Bach-Orchester Fürstenfeldbruck unter der Leitung von Gerd Guglhör würden diese Frage sicher bejahen. Für den Komponisten Bach würde diese Frage jedoch sicher nicht weit genug greifen. Sein Anliegen war es, die geistliche Botschaft der Passion Christi durch die Möglichkeiten der Musik zu vertiefen und zu intensivieren.

Vielleicht ist hier auch der Schlüssel zu finden, warum der Stadtsaal alle zwei bis drei Jahre, wenn die Matthäus-Passion auf dem Programm steht, ausverkauft ist - und das sicher nicht ausschließlich der Tradition und des Rituals wegen. Wie eine akustische Biblia pauperum akzentuierte die Interpretation am Freitag Details, schuf Raum für Empfindungen und ließ die Abfolge der Nummern klanglich farben- und facettenreich ineinandergreifen. Als Solisten waren Judith Spiesser (Sopran), Anna Haase (Alt), Michael Mogl (Evangelist, Tenor), Robert Sellier (Tenor), Ludwig Mittelhammer (Christus, Bass) und Matthias Winckhler (Bass) zu hören.

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