Kritik zu G.F. Händel "Joshua" - Oratorium in szenischer Aufführung

Süddeutsche Zeitung, Fürstenfeldbrucker Teil, 17.11.2009

Tosender Beifall für eine herausragende Inszenierung

Kraftvolle Bilder und ein grandioser Chor

Die szenische Aufführung des Händel-Oratoriums "Joshua" wird ob ihrer Intensität zu einem fesselnden Konzerterlebnis


Fürstenfeldbruck ▪ Georg Friedrich Händel weitet die Musik seiner Oratorien in den Raum des Dramatisch-Szenischen hinein. Mit "Joshua" stellten Bach-Chor und Bach-Orchester Fürstenfeldbruck unter der Leitung von Gerd Guglhör am Wochenende zweimal ein Oratorium szenisch auf die Bühne des restlos ausverkauften Stadtsaals im Veranstaltungsforum. Dadurch wurde die Musik jedoch nicht in den Hintergrund gedrängt, sondern durch das optische Element in ihrer Intensität grandios gesteigert.

Eine szenische Aufführung fordert in besonderer Weise die Auseinandersetzung mit dem Inhalt. Die politischen Dimensionen der alttestamentlichen Begebenheiten in "Joshua" sind überzeitlich gültig: Die Entschlossenheit des Volkes Israel, das hier vom Chor verkörpert wird, und der Kampf der Helden gegen den Feind bestimmen das Geschehen. Dass Mauern durch die Macht des Volkes letztlich zum Einsturz gebracht werden können, gilt für Jericho ebenso wie für Ereignisse unserer Tage. So bildete die milchig-trübe gläserne Rückwand des Stadtsaals mit den Videoprojektionen von außen als "Klagemauer" die vielleicht wichtigste Kulisse dieser Aufführung und ermöglichte kraftvolle Bilder, die dem Zuschauer vor Augen und Ohren gestellt wurden.BachChor Fürstenfeldbruck

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Kritik Johannespassion 2009

Süddeutsche Zeitung, Fürstenfeldbrucker Teil, 14. April 2009


Verdichtung und klangliche Stärke

Johannes-Passion im Stadtsaal mit Bach-Chor und Bach-Orchester

Fürstenfeldbruck - In regelmäßigen Abständen setzen Bach-Chor und Bach-Orchester Fürstenfeldbruck Bachs "Johannes-Passion" auf das Programm ihres Konzerts am Karfreitag im Stadtsaal. Dabei ist es für Gerd Guglhör und seine Ensembles nicht ganz einfach, das von den Zuhörern aufgrund früherer Aufführungen erwartete Niveau erneut zu erreichen.

Wenn dann insgesamt zu konstatieren ist, dass es auch diesmal wieder eine sehr beeindruckende, ja innerlich berührende Aufführung war, dann ist dies gehaltvoller als eine wortreiche Beschreibung besonderer Effekte, aus denen nur selten eine Interpretation aus einem Guss entsteht. Als Vokalsolisten waren Heidi Elisabeth Meier (Sopran), Martina Koppelstetter (Alt), Hubert Nettinger (Tenor, Evangelist), Benedikt Göbel (Bass), Matthias Winckhler (Bass, Jesus) und Markus Bauer (Bass, Pilatus) zu hören.

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Konzertkritik Beethoven und Bruckner

Kritk aus der Süddeutschen Zeitung, Fürstenfeldbrucker Teil, 14.07.2009


Konzert in der Klosterkirche Fürstenfeld


Plastisch und monumental

Bach-Chor und Bach-Orchester interpretieren unter Gerd Guglhör Werke Beethovens und Bruckners


Fürstenfeldbruck - Geistliche Werke von Beethoven und Bruckner standen auf dem Programm des Konzerts von Bach-Chor und Bach-Orchester Fürstenfeldbruck am Sonntag in der nahezu voll besetzten Klosterkirche Fürstenfeld. Unter der Leitung von Gerd Guglhör waren außerdem die Vokalsolisten Susanne Bernhard (Sopran), Sigrid Horvath (Mezzosopran), Robert Sellier (Tenor) und Christian Hilz (Bass) zu hören.

Beethovens Messe in C-Dur steht bis heute im Schatten seiner später entstandenen großen "Missa solemnis". Doch wesentliche Merkmale seines Stils, die dieses Werk auch von denen Mozarts und Haydns unterscheidet, kennzeichnen auch die C-Dur-Messe. Ohne Orchestervorspiel begann das Kyrie mit dem fast gleichzeitigen Einsatz von Chor und Orchester in angemessenem Tempo. Innerhalb weniger Takte öffnete Gerd Guglhör zielgerichtet ein dynamisches Fenster. Durch enge Verzahnung der Partien der Solisten mit denen des Chores entstand ein wunderbar dichtes, vor allem auch klanglich abwechslungsreiches Musizieren. Hohe lyrische Qualitäten bei den Solisten sowie ein intensiver Legatoklang im Chor brachten im Zusammenwirken mit klarer Oberstimmenführung eine überzeugende Plastizität des Höreindrucks. Dazu trug auch das Orchester bei, dessen große dynamische Spannbreite und technische Versiertheit nicht nur ein tragfähiges Fundament für die Sänger bildeten, sondern auch konstitutiv für die Interpretation waren.

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