Konzertkritik Brahms Requiem 2005

Süddeutsche Zeitung (Fürstenfeldbruck) vom 12. Juli 2005


Würde, Ernst und Strenge

„Deutsches Requiem“ mit dem Brucker Bachchor und -orchester unter Gerd Guglhör in der Klosterkirche Fürstenfeld


Große Requiem-Vertonungen erfreuen sich derzeit besonderer Beliebtheit in der Klosterkirche Fürstenfeld: Nach Verdis „Missa da Requiem“ vor zwei Wochen (Philharmonischer Chor Fürstenfeld) stand am Sonntag mit dem „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms zwar ebenso ein romantisches Requiem auf dem Programm, doch könnten beide Komponisten kaum unterschiedlicher sein. Ein opernhafter Duktus war Brahms mehr als fremd und als Textvorlage wählte er auch nicht den der liturgischen Totenmesse, sondern stellte selbst Passagen aus dem Alten und dem Neuen Testament zusammen. Bachchor und -orchester Fürstenfeldbruck führten das Brahms-Requiem unter der Leitung von Gerd Guglhör und mit den Solisten Susanne Winter (Sopran) und Thomas Wittig (Bariton) auf.
Im tiefen Klangregister und mit erdiger Färbung begann das Orchester den Anfangssatz „Selig sind die da Leid tragen“, wobei das Tempo gut gewählt und der Zugriff sehr sanft waren. Der Text war dadurch im Chor, ohne übertrieben deklamiert zu sein, gut verständlich. Konduktartig ließ der Dirigent die einzelnen Akkorde im folgenden Abschnitt „Denn alles Fleisch, es ist wie Gras“ schon im Orchester eindrucksvoll nebeneinander setzen und übernahm diese Linie auch für den Chor.

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