Konzertkritik Matthäuspassion 2000

Konzertkritik aus der Süddeutschen Zeitung (Lokalteil Fürstenfeldbruck) vom 28.3.2000

Ein beglückendes Musik-Erlebnis
Die Matthäus-Passion mit dem Brucker Bach-Chor und dem Bach-Orchester unter Gerd Guglhör

F ü r s t e n f e l d b r u c k - Am Ende verbeugte er sich alleine, als plötzlich der Applaus des gesamten Chores wie ein Orkan aufrauschte und Henning Kaiser wußte gar nicht so recht, wie ihm geschah. Doch diesen ebenso heftigen wie herzlichen Applaus hatte er auch verdient, denn eine Aufführung der Bachschen Matthäus-Passion steht und fällt nicht zuletzt durch die Qualität ihres ,,Erzählers", der das gesamte Geschehen zusammenhält. Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren hat Henning Kaiser in Bruck zum ersten Mal unter Gerd Guglhör den Evangelisten der Bachschen Johannes-Passion gesungen und auf Anhieb restlos überzeugt. Auch jetzt vermochte er - diesmal in der Matthäus-Passion - Stimmklang, Ausdruck und technische Sicherheit im Laufe des Abends - bis hin zum Höhepunkt, dem Tod Jesu - sogar noch zu steigern.

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Konzertkritik h-moll Messe

Konzertkritik aus der Süddeutschen Zeitung vom 05.12.2000 (Lokalteil Fürstenfeldbruck)


Ideale Balance zwischen Sängern und Orchester

H-moll-Messe mit Gerd Guglhör am Pult erfüllt alle Erwartungen
Begeistert gefeierter Ausklang zum Bach-Jahr in St. Magdalena

F ü r s t e n f e l d b r u c k - Die Pause in der h-moll-Messe von BachChor und -Orchester in St. Magdalena unter Leitung von Gerd Guglhör war mit Bedacht gesetzt - zwischen dem bereits 1733 komponierten Kyrie und Gloria und den übrigen, 15 Jahre später einkomponierten Teilen.
Ganz im Gegensatz zu den teils weit auseinander liegenden Entstehungsdaten der zu Grunde liegenden Musik bieten Credo, Sanctus und Agnus Dei ein nach dramaturgischen Grundsätzen gebautes musikalisches Kontrastprogramm. Und so überwältigte nicht nur der heftig aufschäumende Auferstehungs-Jubel im ,,Et resurrexit" als Höhepunkt des Credo, sondern spannungsvoll musiziert, nicht zuletzt in den Tempo-Kontrasten, waren auch die übrigen Chorsätze zwischen leiser Beschwörung und gesteigertem Ausdruck. Welche Präzision im Artikulieren selbst die Tenöre noch in exponierter Höhe aufbringen konnten, wie räumlich gestaffelt und exakt ineinander verzahnt die weit verzweigte Chor-Polyphonie klingt, das ist aber immer wieder überraschend.

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