Konzertkritik Ein deutsches Requiem

Konzertkritik aus der Süddeutschen Zeitung vom 28. Juli 1998:

Das Brahms-Requiem - leicht, luftig und geschmeidig

Fürstenfeldbruck - ,,Tief innen im Menschen spricht und treibt oft etwas, uns fast unbewußt, und das mag wohl bisweilen als Gedicht oder Musik ertönen." Bei Brahms Requiem ertönt beides gleichzeitig. Er hat nicht den liturgischen lateinischen Text gewählt, sondern deutsche Passagen des Alten und Neuen Testaments. Sehr sorgfältig hat er die Textstellen ausgesucht, um den erwähnten innigen Zusammenhang von Wort und Musik herzustellen: Immer folgt die Melodielinie den Betonungen des Textes, hat ihren Höhepunkt auf Wörtern wie ,,Jauchzen" und ,,sehnet" . Für den Chor stellt das eine gewisse Erleichterung dar, weil sich die Phrasierung quasi von selbst erschließt. So konnten sich Bach-Chor und Orchester Fürstenfeldbruck in der Klosterkirche ganz auf den Klang konzentrieren.

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Konzertkritik Weihnachtsoratorium

Konzertkritik aus der Süddeutschen Zeitung vom 2. Dezember 1998

Teil 1-3: Kleine Wunder an Klang und Gestaltung
Weihnachtsoratorium mit dem Bach-Chor unter Guglhör

Fürstenfeldbruck -Natürlich ist diese Musik zum ersten Advent ein Muß: Johann Sebastian Bachs ,,Weihnachtsoratorium", der sechs Kantaten erster Teil. Wenn dann noch Gerd Guglhör Bach-Chor und Bach- Orchester dirigiert, ist die Vorfreude groß und die Magdalenen-Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Mit dem ersten ,,Jauchzet, frohlocket" wurden alle Erwartungen erfüllt: Ein hochpräsenter, fein phrasierender und artikulierender Chor war zu hören und ein federnd abgestuft spielendes Orchester samt mächtig, aber weich auftrumpfender Pauke. Wer aber jetzt geglaubt hatte, Guglhör würde diesen Drive um jeden Preis beibehalten, sah sich schon wenig später' im ersten Choral getäuscht. Denn der Dingent ließ den bemerkenswert starken und archaischen Text ,,Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei" ungemein gemessen, dabei aber zugleich ganz nach innen gewandt und höchst intensiv singen. Das sollte sich später, nicht immer ganz so zwingend, bei manch anderem dem Textgehalt gemäß gesungenen Choral wiederholen.

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Konzertkritik Johannespassion 1998

Konzertkritik aus der Süddeutschen Zeitung (Lokalteil Fürstenfeldbruck) vom 31.3.1998


Dramatischer Ausdruck und authentisches Musizieren

Überwältigende "Johannespassion" mit dem Brucker Bach-Chor und Bach-Orchester unter Gerd Guglhör

Fürstenfeldbruck - Es war in dreifacher Hinsicht eine sensationelle, so im Landkreis noch nie gehörte Aufführung der Bachschen ,,Johannespassion": Wegen des Ortes, der Stadtpfarrkirche St. Magdalena mit ihrer für einen Sakralraum bemerkenswert deutlichen, außerordentlich guten Akustik; wegen der Aufführung als Ganzes in ihrer ausgezeichneten Balance zwischen dramatischem Ausdruck und authentischem Musizieren - mit Gambe, Laute und Truhenorgel; und nicht zuletzt wegen eines Evangelisten, Henning Kaiser, der ein Gewinn für jede Aufführung einer barocken Passion ist und seinen Part mit eminenter Stilsicherheit, Klangschönheit, plastischer Artikulation und Ausdrucksvielfalt sang. Am Ende gab es nach langer Ergriffenheit zu Recht fast orkanartigen Applaus.

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